Gruppenarbeit organisieren

Teamfähigkeit steht hoch im Kurs. Auf Deinem Zeugnis erhältst Du im Bereich „Arbeits- und Sozialverhalten" sogar eine Note für den Teilbereich „Teamfähigkeit". Das ist auch gut so! Im Berufsleben gibt es heute kaum einen Bereich in dem man nicht mit anderen kooperieren muss und dieses gemeinsame Arbeiten will gelernt sein. Früher sprach man von sozialer Kompetenz, heute fragen Arbeitgeber immer häufiger nach den so genannten soft skills (sich im Team einbringen können, Ansichten angemessen vertreten, sicheres formulieren, etc.).


Was hat das Ganze nun mit Gruppenarbeit zu tun? Gruppenarbeit ist genau genommen keine Unterrichtsmethode, sonder eine Sozialform im Unterricht die Euch dabei helfen soll die oben genannten soft skills zu trainieren. Lehrt Dein Lehrer die ganze Stunde erwirbst Du vielleicht mehr Faktenwissen, aber in puncto Teamfähigkeit lernst Du nix. 


Persönlich befürworte ich die Zusammenarbeit in stabilen Kleingruppen, dass heißt, ihr solltet über einen längeren Zeitraum immer mit den gleichen Schülern zusammenarbeiten. Freundschaftsgruppen sollten dabei unbedingt berücksichtigt werden (für Eltern und Kollegen: vgl. u.a. Meyer, Hilbert: UnterrichtsMethoden, Band II: Praxisband, Frankfurt a.M., 1987. Seite 258.)


Das Wichtigste in Kürze

  • klare Absprachen im Team sind das Wichtigste. Zu Beginn der Gruppenarbeit muss die Arbeit so aufgeteilt werden, dass jeder Schüler an einem Teilbereich Eurer Aufgabe arbeiten kann.  Ein Beispiel:


Ihr sollt als Kleingruppe ein Geschichtsfries zur Französischen Revolution erstellen. Auf dieser Zeitleiste müssen 10 verschiedene Ereignisse eingeordnet und kurz erklärt werden. Ihr seid vier Schüler und teilt diese Ereignisse auf. Jeder Schüler beschäftigt sich zunächst mit zwei Ereignissen aus der Zeit der Französischen Revolution und verfasst für diese beiden jeweils einen kurzen Einführungstext. Die Schüler, die am schnellsten arbeiten, können sich dann mit den beiden verbliebenen Ereignissen beschäftigen. Später tragt ihr dann Eure Ergebnisse zusammen.


  • Gruppenarbeit gibt euch die Chance kreativ zu arbeiten. Am Ende einer Gruppenarbeitsphase entsteht immer ein Produkt (ein Kurztext, eine Präsentation, ein Rollenspiel, etc.). Die Chance kreativ werden zu können sollte Euch motivieren.
  • Gruppenarbeit gibt Euch die Chance mit Interesse zu arbeiten (jaja, ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt). Viele Unterrichtsthemen sind so komplex, dass man oberflächlich bleibt. In der Gruppenarbeit könnt ihr Euch auf einen Teilaspekt konzentrieren, der Euch besonders anspricht.
  • Gruppenarbeit gibt Euch die Chance unabhängig zu arbeiten. Schüler sind oft die besseren Lehrer. In Eurer Arbeitsgruppe habt ihr die Chance einander Dinge zu erklären und Euch gegenseitig zu unterstützen.


Herausforderungen

  • nicht jeder Schüler kann mit der größeren Freiheit im Unterricht umgehen. Ihr kennt die Situation: als Gruppe sollt ihr eigentlich arbeiten und labert übers letzte Wochenende - und wenn der Lehrer kommt tut ihr so als ginge es ums Thema. Gruppenarbeit erfordert Selbstdisziplin! Dies führt zum nächsten Punkt ...
  • Gruppenarbeit bevorzugt immer leistungsstärkere Schüler, die sich selbst disziplinieren können und in der Gruppenarbeitsphase daher wirklich etwas lernen.
  • Gruppenarbeit fördert nicht nur soziale Kompetenz, sie setzt diese auch voraus: ihr sollt z.B. lernen aufeinander angemessen einzugehen, aber wenn ihr dies noch nicht könnt, kann es schwer werden überhaupt etwas zu lernen und ein gutes Endprodukt zu erstellen.


Vorschläge für eine konstruktive Zusammenarbeit

Jeder Mitglied Eurer Gruppe sollte eine feste Rolle in der Arbeitsgruppe übernehmen. Das heißt nicht, dass ihr Euch dann nur noch um diese eine Aufgabe kümmert und nichts anderes mehr tut !!! Die einzelnen Rollen sind eine zusätzliche Hilfe.


Der Gruppenleiter

Als Gruppenleiter hast Du „den Hut auf". Du gehst bei Fragen und Problemen auf den Lehrer zu. Wenn es einen Streit in der Gruppe gibt versuchst Du zu schlichten und hast auch das letzte Wort, wenn es um das Verteilen von Aufgaben geht.


Der Zeitmanager

Deine Aufgabe ist es, die Zeit im Auge zu behalten. Du achtest darauf, dass einzelne Gruppenmitglieder nicht etwa Zeit bei der Arbeit verschwenden.


Der Sicherungsbeauftragte

Du bist für die Sicherung der Daten verantwortlich - der Memory Stick ist Deine Waffe. Du erinnerst auch die anderen Gruppenmitglieder daran, alle Daten zu sichern. Arbeitet ihr an einem Plakat, dann musst Du auf das Material achten.


Der Künstler

Wenn es um Fragen geht, die das Layout betreffen, hast Du das letzte Wort. Du verleihst Eurem Endprodukt den letzten Schliff!





© Christian Alexander 2019