Ergebnisse präsentieren mit Powerpoint & Co.

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Es geschieht immer wieder in deutschen Klassenzimmern. Lieschen Müller soll in vier Wochen eine Powerpoint-Präsentation zu einem Geschichtsthema abgeben. „Wozu denn vier Wochen?!", fragt sich Lieschen, „das geht doch viel schneller!" Also nutz Lieschen die Unterrichtszeit zum Chillen und zur Pflege ihrer sozialen Kontakte. Kurz vor der Abgabe macht sich Lieschen dann ans Werk. „Man braucht ja eh nur Wikipedia", sagt sie sich. Mit „copy und paste" werden schnell mehr als ein dutzend Folien mit riesigen Textblöcken gefüllt. „Wow! Krass viele Fakten!" Lieschen freut sich. Sie wählt nun noch einen tollen farbigen Hintergrund aus und entscheidet sich für ein paar atemberaubende Folienübergänge. Crash. Boom. Bäng. Auch die richtigen Soundeffekte dürfen natürlich nicht fehlen. Am Tag des Vortrags liest Lieschen dann einfach ab, was sie so auf ihren tollen Folien zu stehen hat. „Den ganzen Kram kann sich ja eh keiner merken", sagt sie sich. Warum ihr Lehrer die ganze Zeit die Stirn runzelt kann sie gar nicht verstehen. Der Lehrer betont noch einmal nach dem Vortrag, dass er sie gnädig bewerten will und vergibt die Note „5+". Lieschen rastet aus. Sie hat doch alles richtig gemacht! Oder etwa doch nicht?


Wie man eine wirklich gute Präsentation erstellt ist eine Wissenschaft für sich. Im ITG-Unterricht werden wir viel Zeit dafür verwenden richtig gute Präsentationen zu erstellen - dann klappt's auch hoffentlich im MSA. An dieser Stelle werde ich nur versuchen einige kurze Hinweise zu geben.


Das Wichtigste in Kürze

  • eure Präsentation soll euren Vortrag unterstützen, nicht ersetzen! Folien mit Text „vollknallen" und dann alles ablesen ist ein absolutes No-Go!
  • Faustformel: immer ein guter Kontrast (helle Schrift auf dunklem Hintergrund, oder umgekehrt), nie eine Schriftgröße kleiner als 24 als absolutes Minimum und nicht mehr als 4-5 inhaltliche Punkte pro Folie
  • in der Präsentation werden Stichpunkte verwendet, keine ganzen Sätze
  • eine Titelfolie, ein Inhaltsverzeichnis und ein Quellenverzeichnis sollten nie fehlen


Best Practice - Beispiele aus der Praxis

Screen shot 2013-07-02 at 17.11.35


Alle Folien der Präsentation über das Kennedy-Attentat hatten dieses Format. Gutes Bildmaterial, kurze Texte, alle weiteren Infos folgten im Vortrag. Die Fußzeile rundet das positive Gesamtbild ab.


Screen shot 2013-07-03 at 11.40.33


Hier ein Beispiel aus dem Englischunterricht - schlicht und effizient! Wenige inhaltlich Punkte in Stichpunkten, schwierige Begriffe werden (zum Teil) erklärt. Somit wird die Präsentation auch für Personen interessant, die nicht alle komplizierten Begriffe verstehen.


Herausforderungen

Wie bei jeder anderen Methode gibt es auch bei der Arbeit mit einer Präsentationssoftware einige Tücken: 

  • der wichtigste Grundsatz lautet: speichern, speichern, speichern und noch einmal speichern - sonst ist ein Verlust der Daten unvermeidlich. Speichert regelmäßig, am besten mehrmals in jeder Unterrichtsstunde.
  • arbeiten mehrere Gruppenmitglieder an einer Präsentation, so sollten alle Gruppenmitglieder den aktuellen Stand der Präsentation auf einem Stick speichern. Achtet aber bitte darauf, dass nicht versehentlich verschiedene Speicherstände auf unterschiedlichen Sticks gesichert werden.
  • in einer Arbeitsgruppe sollte das Thema in einzelne Teilbereiche untergliedert werden. Dann kann jeder Schüler für einen Teilbereich Folien erstellen. Diese können dann in einer gemeinsamen Präsentation zusammengestellt werden.
  • in der Schule arbeiten wir mit Open Office Impress. Wenn Du zu Hause an der Präsentation mit einer anderen Software arbeiten willst, musst Du Deine Daten immer wieder in einem anderen Format speichern. Dies kann das Layout Deiner Präsentation verunstalten.
© Christian Alexander 2019