Die Foto-Story

Next


sp-studio-19

Die Zeiten der Bravo-Fotostory dürften vorbei sein und viele von Euch können mit dem Begriff „Foto-Story" sicherlich wenig anfangen. Am ehesten lässt sich eine Foto-Story  mit einem Comic vergleichen: während bei einem Comic gezeichnete Charaktere mit Sprechblasen versehen werden, werden bei der Foto-Story Fotos von euch mit einer Software bearbeitet und mit Sprechblasen und Kommentaren ergänzt.  Warum sollte man das Medium Foto-Story nicht auch einmal für den Unterricht nutzen?! Ich denke an tolle Foto-Stories zurück, in denen zum Beispiel einem Mädchen geholfen wurde, aus einer Sekte auszusteigen, oder in denen junge Erstwähler dazu motiviert wurden, wählen zu gehen und eine bestimmte Partei zu wählen. Ihr wollt die Fotos sehen?! Das erspare ich jetzt lieber den Darstellern ;-)

Erstellt mit www.sp-studio.de


Der Weg ist das Ziel

Das die Foto-Story in der Rubrik „Arbeitsergebnisse präsentieren” zu finden ist, ist kein Zufall. In der Foto-Story geht es darum, Gelerntes noch einmal kreativ darzustellen. Dadurch wird gerade in Fächern wie LER, Sozialkunde, oder Geschichte, der Stoff noch einmal gefestigt und Inhalte werden neu durchdacht und anders wahrgenommen. Ihr stellt ein Problem oder eine Situation dar und schießt dabei jede Menge Fotos, die dann mit Hilfe einer Software (in der Regel Powerpoint) mit Sprechblasen versehen werden. Wenn ihr schon mit Standbildern und/oder Rollenspielen als Methoden vertraut seid, wird euch die Foto-Story umso leichter fallen. Dennoch sollte man die Foto-Story als Methode nicht unterschätzen: es wartet viel Arbeit auf euch! Am besten geht ihr in drei Schritten vor.


Schritt 1 : Das Script

Bevor es ans Fotografieren geht, braucht es Vorbereitung. Ihr solltet grob die Handlung eurer Story schriftlich festhalten. Vielleicht habt ihr sogar schon erste Ideen für eure Dialoge. Danach sollten Schüler für die einzelnen Rollen „gecastet” werden. Ihr genießt viel künstlerische Freiheit. In einer Foto-Story im Fach Geschichte wurde zum Beispiel aus Martin Luther kurzerhand Martina Luther. Achtet aber auf jeden Fall darauf, dass ihr an Ergebnisse des Unterrichts anknüpft und sie in die Story einfließen lasst!


Schritt 2 : Das Foto-Shooting

Als nächstes ist es eure Aufgabe, eure Story in Szene zu setzen und Fotos zu schießen. Seid mutig und habt bitte keine übertriebenen Erwartungen - wir sind hier in der Schule und nicht bei GNTM! Eine einfach Handycam ist alles was ihr braucht und fast jedes Handy ist für das Fotografieren geeignet. Auch eine Kamera dürft ihr gerne mitbringen. Im Notfall könnt ihr auch euren Lehrer um Hilfe bitten. Einige wichtige Praxistips sollten auf jeden Fall beachtet werden:

  • macht immer deutlich mehr Fotos, als ihr eigentlich braucht. Manchmal passt ein Schnappschuss am Ende doch nicht so gut in die Story und ihr braucht eine Alternative
  • habt die Technik im Griff, sonst hat euch die Technik im Griff. Verwendet zum Beispiel nur Handys und Kameras, die man am Ende auch tatsächlich an einen PC problemlos anschließen kann, um dann die Bilder zu bearbeiten
  • Speichern! Speichern! Speichern! Das ist das oberste Gebot. Übertragt die Bilder möglichst schnell auf Sticks und PCs, damit keine Daten verloren gehen.


Schritt 3: Die Bildbearbeitung

Für Schritt 3 muss mit Abstand am meisten Zeit eingeplant werden, denn hier kann am meisten schiefgehen. Ohne Grundkenntnisse in der Arbeit mit einer Präsentationssoftware kommt ihr an dieser Stelle nicht weiter. Bilder müssen jetzt in die Präsentation eingefügt und mit Kommentaren und Sprechblasen versehen werden. Auch hier gilt natürlich wieder, dass eure Präsentation häufig und an verschiedenen Orten (Festplatte, Sticks …) gespeichert werden sollte.


Als methodische Alternative ist es auch denkbar, die Bilder auszudrucken, auszuschneiden und aufzukleben. Sie können dann auf einem Plakat mit Sprechblasen versehen werden. Es ist allerdings nicht leicht, ein solches Plakat ansprechend zu gestalten. Die Arbeit mit der Präsentationssoftware ist in der Regel der einfachere Weg!


Das „Kleingedruckte 

In der Regel habt ihr für eure Foto-Story 3-4 Schulstunden Zeit. In den Stunden, in denen ihr an der Foto-Story arbeitet, wird in der Regel keine Hausarbeit aufgegeben. Daher besteht aber auch die Erwartung, dass ihr zu Hause weiter an eurer Foto-Story arbeitet, um sie dann rechtzeitig abgeben zu können. 


Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffentlich auch viel Spaß bei der Arbeit!



© Christian Alexander 2019