LER-Test, Januar 2015: Cybermobbing


Was ist eigentlich „Cybermobbing"

Cybermobbing ist Mobbing, das im so genannten "Cyberspace" stattfindet, also im virtuellen Raum (auf Facebook, Whatsapp, per Email, etc.). Ein Einzelner wird von einen oder mehreren Tätern beleidigt, gedemütigt und unter Druck gesetzt. Es ist eine Form von seelischer Gewalt.


Einige Beispiele für Formen von Cybermobbing sind:

  • in Chats pöbeln oder Geheimnisse ausplaudern.
  • Gerüchte in die Welt setzen.
  • peinliche Fotos und Videos in Umlauf bringen.
  • Beleidigungen aussprechen und Hass-Gruppen gründen, um jemanden gemeinsam fertig zu machen.
  • sich eine falsche Identität zulegen und jemandem etwas vorgaukeln.
  • die Identität eines anderen annehmen oder vorgaukeln und damit andere täuschen oder verletzen.


Ein Beispiel: In einem Anti-Mobbing-Forum berichtete zum Beispiel ein Mädchen, sie habe – frisch verliebt – ihrem Freund ein Foto geschickt, auf dem sie in Unterwäsche zu sehen ist. Nach der Trennung veröffentlichte der Ex-Freund dieses Foto bei schülerVZ, wovon in kürzester Zeit die ganze Schule wusste.


Cybermobbing ist neu und alt zugleich. Es verfolgt dieselben Absichten wie direktes Mobbing: Jemand soll erniedrigt und fertig gemacht werden. Gemobbt wird aber mit neuen Methoden, die sich aus den aktuellen technischen Entwicklungen ergeben und die neue Medien zu Hilfe nehmen.


Jugendliche und das Internet



Aus den Statistiken aus der JIM-Studien kann man verschiedenes Lernen:

  • Online-Communities wie z.B. Facebook sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Über 80% der Jugendlichen nutzen Online-Communities mehrmals in der Woche, oder sogar täglich (Ausnahme: die 12-13jährigen).
  • Gut ist, dass die wenigsten ihre Handy- oder Telefonnummer im Internet preisgeben. Weit mehr als die Hälfte stellen aber persönliche Bilder ins Netz (ca. 65%). Und fast 75% machen Angaben über Hobbies oder andere Aktivitäten.
  • Ungefähr jeder vierte Jugendliche gibt an, jemanden zu kennen, der im Internet gemobbt wurde


Wer mit seinen persönlichen Daten - auch Bildern - unvorsichtig im Netz umgeht, wird leichter Opfer von Cybermobbing!


Tipps für die Nutzung von sozialen Netzwerken:


·         Gib möglichst wenige Daten von dir im Internet preis. 

·         Überleg dir, ob du dich mit Deinem richtigen Namen angibst, oder einen für das Internet erfindest.

·         Gib nicht deine vollständige Adresse oder Handynummer im Internet an, auch nicht, wenn dich eine Internetbekanntschaft darum bittet. 

·         Schütze deine Seite, damit sie nur mit deiner Erlaubnis erkundet werden kann. 



Tipps für Opfer:


·       E-Mails von denen du dich beleidigt oder bedroht fühlst, solltest du nicht dulden. Antworte nicht auf solche Nachrichten. Wende dich an einePerson deines Vertrauens  und berichte ihr von den unangenehmen Aussagen.

·       Cybermobbing ist eine Straftat. Dich trifft keine Schuld!

·       Achte darauf, dass du die Nachrichten speicherst. Diese dienen als Beweismaterial. 

·       Solltest du von Mitschülern  im Internet gemobbt werden, schalte auch einen Lehrer ein.

·       In schwerwiegenden Fällen kannst du sofort bei der Polizei Anzeige erstatten. 

·       Bilder und Videos von dir, die ohne deine Erlaubnis von jemandem ins Internet gestellt werden, kannst du löschen lassen. Hierzu musst du dich an die jeweiligen Netzwerkbetreiber wenden.





© Christian Alexander 2019