LER-Test, Ohne Glauben leben, Juni 2015


Spätestens seid der Zeit der Aufklärung nahm die Kritik am christlichen Glauben (und am Glauben generell) bedeutend zu. Welche Kritiker sind von besonderer Wichtigkeit? Was sind ihre zentralen Aussagen?

Ludwig Feuerbach: Der Mensch erschafft Götter nach seinen Wünschen. Gott ist all das, was der Mensch nie sein kann (ewig, heilig, etc.).

Siegmund Freud: Gott ist nur eine Illusion. Wir haben Sehnsucht nach einen schützenden Vater.

Karl Marx: Religion ist Opium für das Volk. Wird Wohlstand gerecht verteilt, braucht man keinen Gott.

Friedrich Nietzsche: Gott ist tot!


Was ist der Unterschied zwischen einem Atheisten und einem Agnostiker?

Ein Atheist ist ein Vertreter einer „Kein-Gott-Lehre”. Er ist überzeugt, dass es grundsätzlich keinen Gott, oder ein anderes höheres Wesen gibt.

Ein Agnostiker nimmt die Haltung des „Nicht-Wissens” ein und geht davon aus, dass es uns Menschen grundsätzlich nicht möglich ist einen Beweis für oder gegen die Existenz Gottes erkennen zu können.

Beide Begriffe kommen aus dem Griechischen.

Der Atheist sagt: „Es gibt keinen Gott!”, während der Agnostiker sagt: „Mann kann nicht genau wissen, ob es einen Gott gibt, oder nicht”.


Was ist die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters?

Die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters ist eine satirisch-kritische Religion. Indem die Anhänger dieser Gruppe ein fliegendes Spaghettimonster anbeten, wollen sie zeigen, dass Religionen unlogisch sind, und dass es völlig egal ist, wen oder was man anbetet. Die Anhänger dieser „Religion” bezeichnen sich als „Pastafari” (Wortspiel mit Rastafari, Pasta = Nudeln / Spaghetti). Sie haben eigene Gebete und Gebote formuliert und treffen sich manchmal zu „Nudelmessen” und anderen pseudo-religiösen Veranstaltungen.


Was hat „Theodizee” mit der Frage nach Gottes Existenz zu tun?

Theodizee bedeutet Rechtfertigung Gottes. Vereinfacht gesagt versucht man eine Antwort auf folgendes Problem zu finden:

1. Millionen von Menschen leiden qualvoll, in den verschiedensten Situationen (Hunger, Krankheit, Krieg, Naturkatastrophen, etc.).

2. Gott ist allmächtig und voller Liebe.

3. Die Tatsache, dass es millionenfaches Leid gibt beweist, dass es keinen guten allmächtigen Gott geben kann, denn ansonsten würde er das Leid ändern.


Welches sind die wichtigsten Antworten auf diese Frage, die das Judentum, das Christentum und der Islam geben?

1. Was die Menschen einander an Leid zufügen, dürfen wir Gott nicht vorwerfen. Gott lässt es zu, denn er gibt den Menschen die Freiheit, sich für Gutes oder Böses zu entscheiden. Demnach sind die Menschen schuld am Leid in der Welt und nicht Gott.

2. Das Böse, das Leiden, ist nur Mittel zum Zweck. Gott will damit die Menschen prüfen, strafen und erziehen, damit sie sich bessern.

3. Gott schafft im Jenseits einen Ausgleich. Derjenige der leidet, aber Gott trotzdem treu bleibt, wir in der Ewigkeit reich belohnt. 

4. Gott beendet Leid nicht, aber er hilft uns. Gott ist immer auf der Seite derer, denen Unrecht geschieht. So sind wir auch im größten Leid nicht allein. Mit Gottes Hilfe können wir es bewältigen

5. Wir können Gott nicht verstehen - wir wissen nicht, warum er Leid zulässt. Wir können Gott aber fragen und wir können uns bei ihm auch beklagen.


Welche biblische Gestalt, können wir in diesem Bild erkennen? Was weist Du über diese Persönlichkeit aus der Bibel? Was will das Bild ausdrücken?

a) Die dargestellte Person ist Hiob.

b) Hiob ist ein reicher, von Gott gesegneter Mann. Doch der Satan bittet Gott, Hiob anrühren zu dürfen. Hiob verliert seinen Besitz, dann seine Kinder und zuletzt seine Gesundheit. Hiobs Freunde unterstellen ihm, Schuld auf Sicht geladen zu haben. Aber Hiob widerspricht und klagt Gott an, da er zu Unrecht leidet. Schließlich erscheint Gott Hiob, weist ihn zurecht und entschädigt ihn für das ihm widerfahrene Leid.

c) Selbst im größten Leid, in dem Hiob angespannt ist wie die Seite einer Laute, ist er doch in Gottes Hand geborgen.







© Christian Alexander 2019