LER-Test, Mai 2016 - Buddhismus und Hinduismus


1. Das Leben Buddhas

Buddha wurde ca. 580 v.Chr. in Indien (damals eine blühende Hochkultur) geboren. Er hörte auf den bürgerlichen Namen Siddharta Gautanama - Buddha ist eigentlich nur die Bezeichnung für eine Person, die „erwacht ist”. Als Kinder reicher Eltern, wurde ihm eine Zukunft als mächtiger Herrscher und König prophezeit, sofern er nicht mit dem Leid dieser Welt konfrontiert werden würde. Der Überlieferung nach, traf aber der junge Siddharta bei einem Ausritt auf einen Kranken, einen gebrechlichen Alten und einen Trauerzug mit einem Toten. Siddharta flieht aus dem Palast und lebt als Waldasket (er verzichtete auf jeglichen Komfort und Genuss). Wegen der strengen Askese ertrinkt er fast in einem Fluss. Er sucht dann den Weg der Mitte und meditierte unter einem Bodibaum, bis er zur Erleuchtung gelangte. Er setzte dann, bis zu seinem Tod, sein Wirken als Weisheitslehrer fort.


2. Die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus

1. Das Leben ist Leiden. Geburt, Krankheit, Tod – alles ist leidvoll. 

2. Ursache des Leidens ist das Begehren. Man will Dinge unbedingt, kriegt sie aber nicht. 

3. Enden die Begierden, endet das Leid. 

4. Die Lehre vom achtfachen Pfad zeigt den Weg zur Beendigung des Leidens.


3. Die Götterwelt des Hinduismus

Der Hinduismus ist eine polytheistische Religion, d.h. es wird eine Vielzahl verschiedener Götter. An dieser Stelle werden nur drei exemplarisch erwähnt:

Shiva ist die mächtigste Gottheit des Hinduismus. Er wird sowohl als Zerstörer, als auch als Erhalter aller Dinge verehrt. Seine Ehefrau Parvati ist die Göttin der Berge. Aus ihrer Verbindung ging unter anderem der Gott Ganesha hervor der populärste Gott im Hinduismus. Shiva liebt Gegensätze: Feste und Tänze, aber auch Stille und Keuschheit.


Ganesha ist der populärste Gott des Hinduismus. Der Sage nach, schlug ihm sein Vater Shiva den Kopf ab, ohne zu wissen, dass Ganesha sein Sohn ist.  Um Ganesha zu retten, ersetzt Shiva den verlorenen Kopf durch den Kopf eines Elefanten. Ganesha gilt als Glücksbringer und Überwinder von Hindernissen und auch als Gott der Weisheit.


Krishna wird häufig als blauhäutiger Hirte dargestellt, der eine Flöte spielt. Er ist der Gott der Kuhherden. Für Krishna-Anhänger ist er der einzige Gott, oder auch die ursprüngliche Persönlichkeit Gottes. Er wurde in Westeuropa, von den Anhängern der Krishna-Sekte verehrt.


4. Das Kastenwesen des Hinduismus

Das mehr als 3000 Jahre alte Kastenwesen wurde zwar im 1949 gesetzlich abgeschafft, war aber lange Zeit richtungsweisend und ist in ländlichen Regionen auch heute noch populär. Das Karma eines Menschen entscheidet darüber in welche Kaste, eine gesellschaftliche Schicht, er hineingeboren wird. Man bleibt ein Leben lang Angehöriger einer Kaste. Es gibt vier Hauptkasten: oben in der Gesellschaft stehen die Brahmanen (Priester und Gelehrte). Es folgen Fürsten und Adlige, dann Handwerker und Bauern und dann die Shudras, die einfache Arbeiten für die anderen Kasten verrichten. Ganz unten in der Gesellschaft stehen die Parias, die Unberührbaren, welche die geringsten Arbeiten verrichten. Etwa 60% der Bevölkerung galten als Parias. Diese Kaste ist in weitere Kasten unterteilt.



5. Buddhismus und Hinduismus im Vergleich

Da Hinduismus und Buddhismus im gleichen Kulturraum entstanden sind, gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen den beiden Weltreligionen.

Beide Religionen glauben an einen endlosen Kreislauf von Wiedergeburten, dem es zu entfliehen gilt. Das Karma spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Der Buddhismus lehnt jedoch den Glauben an eine Vielzahl von Göttern ab. Etwas Göttliches sei in jedem Menschen zu finden. Auch das Kastenwesen wird im Buddhismus abgelehnt. Darüber hinaus geht der Buddhismus auf einen einzelnen Religionsstifter zurück, Siddharta Gautanama, dem ersten Buddha.

© Christian Alexander 2019